Landwirt Andreas Nussbaum
gibt Auskunft über den Friedfertigen Landbau.
Veg: Herr Nussbaum, Sie bauen seit einigen Jahren schon Gemüse im Friedfertigen Landbau an. Was ist das Besondere bei Ihrem Hokkaido Anbau?
Andreas Nussbaum: Wir Landwirte im Friedfertigen Landbau betreiben seit vielen Jahren eine Landwirtschaft, in der wir den Boden, den Acker, die Pflanzen, die Tiere und die Kleinstlebewesen im Boden und auf dem Boden achten. Wir haben einen Weg eingeschlagen, der sich auf die Basis einer christlichen Ethik im Sinne der Bergpredigt des Jesus von Nazareth stützt. Dort geht es darum, das Leben zu schützen und zu unterstützen. Dies ist in der konventionellen und leider oftmals auch in der BIO-Landwirtschaft nicht der Fall. Dort werden »Schädlinge«, »Unkräuter«, Pilze, Bodenlebewesen usw. getötet, sei es mit chemischen oder »biologischen« Hilfsmitteln. Der Friedfertige Landbau dagegen fördert Schritt für Schritt wieder die Fruchtbarkeit der Felder. Es entsteht ein Boden, der selbst seine Nährstoffe, Spurenelemente und Aromastoffe aufbauen und diese weiter an die Kulturpflanzen abgeben kann, in unserem Fall an den edlen Hokkaido Feinschmeckerkürbis.
Veg: Womit düngen Sie denn?
Andreas Nussbaum: Zur Erholung und Regeneration der Felder bauen wir, wie früher, wieder in der Dreifelderwirtschaft an, d.h. wir gönnen den Feldern nach zwei Jahren Anbau ein Ruhejahr. In diesem Ruhejahr kann sich das Feld erholen, man könnte sagen: selbst »heilen« mit Hilfe der Beikräuter, die es wachsen lässt. Manchmal wird auch bewusst eine sogenannte Gründüngung eingesät (z.B. Klee, Luzerne, Phacelia, Erbsen, Bohnen, Leguminosen etc.), zur Humus- und Nährstoffbildung.
Im letzten Winter gaben wir auf einige Felder Mulch und Kompost. Vor der Saat und während der Saat kam wahlweise Gesteinsmehl, Getreidekleie und Erbsenschrot dazu. So konnte die Saat auf natürliche Art keimen und wachsen.
Während der Pflege im Frühsommer wurden die Jungpflanzen mit stärkenden Suden besprüht, u.a. auch mit Kristallsalz und dessen wertvollen Spurenelementen.
Diese verschiedenen pflanzlichen Dünge- und Stärkungsmittel dienen vorrangig als »Futter« für das Bodenleben und die Kleinstlebewesen, die dadurch ein gesundes Milieu für die Kulturpflanze schaffen können.
Hervorzuheben ist, dass wir ohne chemische und ohne tierische Dünger und ohne Klärschlamm arbeiten, was in der heutigen Zeit etwas ganz Besonderes ist. Wir sind erschüttert, in welch großen Mengen mit Schlachthausabfällen (Knochenmehl, Blutmehl, Hornmehl, Schweineborsten, Kuhhörnern, Haar- und Fellteilen etc.) in Form von Pellets »gedüngt« wird. Mist und Gülle in diesen Mengen und Konzentrationen, wie sie durch die Massentierhaltung entstehen und tonnenweise auf's Feld geschüttet werden, töten das Mikrosystem im Boden.
Nach meinem Verständnis gehören solche Bestandteile auf kein Feld, auf dem Lebensmittel wachsen sollen! Doch in der BIO-Landwirtschaft sind gerade diese »Stoffe« ein sehr begehrtes »Hilfsmittel«. Die Behörde (EU-Verordnung) erlaubt dies.
Veg: Und was machen Sie gegen Schädlinge?
Andreas Nussbaum: Friedfertiger Landbau heißt: gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Früchte. Wenn wir mehr und mehr den Boden achten und ihn unterstützen mit natürlichen, friedfertigen Stärkungsmitteln, dann gibt es immer weniger Raum für »Schädlinge«, weil die Pflanzen stark und gesund sind. Bei den Hokkaidos haben wir kaum »Schädlinge«. Während der Vegetationszeit leben auf dem Feld viele, viele Insekten wie Marienkäfer, Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Veg: Vielen Dank für Ihre Auskunft und weiterhin viel Erfolg mit dem Friedfertigen Landbau! Im nächsten Heft werden wir weiter darüber berichten.


















