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Vegetarisch genießen

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Einleitung Rezepte
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Kann ich mein Kind vegetarisch ernähren?

Silke Dziallas

Dipl. oec. troph.

Viele Kinder mögen kein Fleisch. Entweder es schmeckt ihnen einfach nicht oder sie erfahren, dass das Stück Fleisch auf ihrem Teller einmal ein Tier war und sie wollen es deshalb nicht essen. In anderen Familien sind die Eltern Vegetarier und möchten deshalb auch ihre Kinder fleischlos ernähren.

Veg: Frau Dziallas, Ist eine vegetarische Ernährung im Kindesalter gesund?

Silke Dziallas: Generell ist eine vegetarische Ernährung für alle Altersgruppen empfehlenswert. Denn neben ethischen und ökologischen Überlegungen bringt eine fleischlose Kost viele Vorteile für die Gesundheit. Studien in aller Welt haben gezeigt, dass Vegetarier beispielsweise ein geringeres Risiko haben, an Diabetes, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Rheuma, Gicht usw. zu erkranken und dass sogar die Lebenserwartung höher ist als bei Mischköstlern. Gerade bei Kindern haben ernährungsabhängige Krankheiten in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen! Die Zahl der übergewichtigen Kinder wächst, Diabetes wird immer häufiger schon im Kindesalter diagnostiziert. Auch Gefäßveränderungen sind nach einer amerikanischen Studie schon bei 70 % der Kinder festzustellen. Diesen Risiken kann durch vegetarische Ernährung vorgebeugt werden.

Veg: Reicht es, einfach das Fleisch wegzulassen?

Silke Dziallas: Voraussetzung für eine gesunde vegetarische Kost ist – und das gilt für alle Ernährungsformen! – eine ausgewogene Zusammenstellung der Lebensmittel. Bei Kindern muss man zusätzlich berücksichtigen, dass der Organismus andere Anforderungen an die Ernährung hat, als es bei einem erwachsenen Menschen der Fall ist. So haben Kinder z.B. einen viel höheren Energiebedarf als Erwachsene. Sie benötigen auch deutlich mehr Calcium, mehr Vitamin D und Vitamin C.

Veg: Muss man als Elternteil Ernährungsexperte sein, um alles richtig zu machen?

Silke Dziallas: Nein. Bei einer ausgewogenen vegetarischen ovo-lacto-vegetabilen Kost (bei der außer pflanzlicher Nahrungsmittel auch Milch und Eier verzehrt werden) ist es überhaupt kein Problem, das Kind ausreichend mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen. Vorraussetzung ist wie gesagt, wie bei jeder andern Kost auch, ein abwechslungsreicher Speiseplan.

Veg: Was bedeutet das konkret in der Küche?

Silke Dziallas: Das bedeutet ganz einfach, über die Woche hinweg Kartoffeln, Reis, Nudeln und Hülsenfrüchte abzuwechseln und auch die Gemüsesorten zu variieren.
Sie können sich dabei z.B. an den Farben einer Ampel orientieren: Wenn rotes Gemüse, wie Rote Bete oder Karotten, grünes Gemüse, wie Spinat, Mangold, Bohnen, Erbsen und gelbe bzw. helle Gesmüsesorten wie etwa Pastinaken, Hokkaido-Kürbis, Sellerie usw. variiert werden, ergibt dies eine gute Mischung der verschiedenen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Salat und frisches Obst sollten ausreichend auf dem Küchenzettel stehen, ebenso Nüsse, die hochwertiges Eiweiß und auch wichtige Spurenelemente, z.B. ausreichend Zink enthalten.

Veg: Was mache ich, wenn mein Kind z.B. dauernd nur Karotten essen will?

Silke Dziallas: Viele Kinder haben das Gespür, was ihrem Körper gut tut, noch nicht verloren - was man von den meisten Erwachsenen nicht behaupten kann. Ein Kind, das sich eine zeitlang verstärkt Karotten wünscht, hat vielleicht in einer bestimmten Entwicklungsphase einen erhöhten Bedarf an Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A. Man sollte in einer solchen Phase dem Wunsch des Kindes nach Karottengerichten ruhig nachkommen.

Veg: Wie sieht es eigentlich mit der Eisenversorgung aus? Ist auch die durch pflanzliche Kost gewährleistet?

Silke Dziallas: Pflanzliche Nahrung, wie z.B. Vollwertgetreide, Haferflocken, Feldsalat, Erbsen, Broccoli enthalten zum Teil mehr Eisen, als Fleisch oder Milch. Allerdings kann der Körper das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln weniger leicht aufnehmen. Vitamin C jedoch erhöht wiederum die Eisenaufnahme aus der Nahrung.
Daher ein Tipp: Etwas Zitronensaft in die Salatsoße geben oder ein Glas Orangensaft zum Essen trinken – das erhöht die Aufnahme von Eisen aus dem Gericht.

Veg: Wie stehen Sie zu einer veganen Ernährung bei Kindern, also einer rein pflanzlichen Kost ohne Eier und ohne Milchprodukte?

Silke Dziallas: Kinder rein vegan zu ernähren ist grundsätzlich möglich, erfordert aber von den Eltern eine umfangreiche Kompetenz in Ernährungsfragen, um den Bedarf mit den kritischen Nährstoffen Eiweiß, Eisen, Zink, Calcium und Vitamin D und Vitamin B 12 zu decken. Die Nahrung muss in diesem Fall mit Sorgfalt und Sachverstand zusammengestellt werden. Z.B. sollten Getreide und Hülsenfrüchte kombiniert werden, um eine optimale Eiweißversorgung zu erhalten, wie z.B. Linsen mit Spätzle oder ein Bohnen-Eintopf mit Mais. Die meisten Ernährungsexperten und Mediziner raten darüberhinaus bei einer strikt veganen Kost im Kindesalter zu einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D und Vitamin B12-Präparaten.

Veg: Und wenn ein Kind, das zu Hause vegetarisch isst, auf einmal Wurst und Fleisch essen will?

Silke Dziallas: Eltern können ihrem Kind in der Ernährung wie in allen anderen Bereichen zwar Vorbild sein, sie sollten das Kind aber nicht zu etwas zwingen, das es partout nicht möchte. Bestimmt haben vegetarisch lebende Eltern ihrem Kind erklärt, weshalb es zu Hause kein Fleisch gibt. Das Kind versteht dies, z.B. weil es erfahren hat, dass die Wurst, die so sauber in der Theke liegt, einmal ein kleines Kälbchen war, dass in einem Schlachthof qualvoll getötet wurde. Es gibt Kinder, die vertreten ihre Einstellung, dass sie keine Tiere essen möchten, auch selbstbewusst vor ihren Freunden - es ist ihre eigene Überzeugung geworden.
Doch es kann auch einmal eine Phase kommen, wo Kinder sich als Außenseiter fühlen, wenn sie bei einem Grillfest ihre vegetarische Wurst auf den Rost legen und alle anderen braten ein Steak. Sie möchten dann eben auch Fleisch essen, um das Gefühl zu haben, dazuzugehören.
Oder ein Kind rebelliert gegen bestimmte Verhaltensweisen der Eltern und macht dann den Protest daran fest, dass es jetzt - anders als die Eltern - unbedingt Fleisch essen will, einfach um auf contra zu gehen.
Hier sollten Eltern die Kinder in ihren persönlichen Entwicklungsprozessen einfühlsam begleiten und - so gut es möglich ist -, als Freunde unterstützen. Es ist wenig sinnvoll, fanatisch auf einer bestimmten Ernährungsweise zu beharren oder dem Kind gar zu verbieten, Fleisch zu essen. Es wird früher oder später sowieso seine eigenen Erfahrungen machen und die Ernährungsform wählen, die ihm entspricht.

Literatur:

Kath Clements: Vegan. Echo Verlag Göttingen
ISBN 3-926914-28-0

Klaus Leitzmann, Andreas Hahn: Vegetarische Ernährung. Ulmer
ISBN 3-8252-1868-6

Hans-Ulrich Grimm, Anette Sabersky: Mund auf, Augen auf. Der Ernährungsberater für Eltern und Kinder, Droemer
ISBN 3-426-27249-0

Das Evangelium Jesu

(Kap. 75, 9, Rottweil 1986) »Wahrlich, Ich sage euch, darum bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.«