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Mit einem Salat-Bikini

wirbt die Vegetarierin und Sängerin Juliette Schoppmann (Superstar) für die fleischlose Ernährung.

Jürgen Faulmann,

Koch und Kampagnenleiter von PeTA

Die Tierrechtsorganisation PeTA feiert ihr 10-jähriges Jubiläum in Deutschland. Wir sprachen mit dem Kampagnenleiter Jürgen Faulmann über Ziele und Erfolge.

Jürgen Faulmann zeichnet sich durch großen Ideenreichtum aus, wenn es darum geht, die Menschen auf das Tierleid aufmerksam zu machen. Die Aktionen, die er und seine Freunde organisieren, sind immer sehr medienwirksam. Sehr amüsant und »ausgefuchst« sind auch seine Pressemeldungen, in denen er bewusst den Männern an ihrer empfindlichsten Stelle an den Pelz geht: indem er nicht müde wird, sie mit der harten medizinischen Tatsache zu konfrontieren, dass Impotenz mit Fleischessen in Verbindung steht...

Skiurlaub der besonderen Art:

PeTA-Aktivisten »bei der Arbeit« in St. Moritz.

Ve g: PeTA ist mit 800 000 Mitgliedern die größte Tierschutzbewegung der Welt. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Jürgen Faulmann: Der Grund sind vor allem unsere verdeckten Ermittlungen, die daraus resultierenden gezielten Kampagnen und deren Erfolge. Viele prominente Unterstützer schließen sich unseren Kampagnen an, und daraus resultiert das große Medienecho. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich viele Menschen den Protestaktionen anschließen und somit Druck auf die jeweiligen Firmen ausgeübt wird.

Ve g: Welches Ziel verfolgt PeTA?

Jürgen Faulmann: PeTA ist der Ansicht, dass die Grundrechte von Tieren, also ihre ureigensten Interessen, berücksichtigt werden müssen - egal, ob die Tiere für den Menschen von irgendeinem Nutzen sind oder nicht. Genau wie wir können Tiere leiden und haben ein Interesse daran, ihr eigenes Leben zu leben. Daher steht es uns nicht zu, sie für Ernährung, Kleidung, Experimente oder für irgendeinen anderen Zweck zu benutzen.

Ve g: Wie versucht PeTA dieses Ziel zu erreichen?

Jürgen Faulmann: PeTA versucht durch Öffentlichkeitsarbeit die Verbraucher auf die Missstände, unter denen die Tiere leiden und leben müssen, aufzuklären - um so das Konsumverhalten der Menschen dahingehend zu ändern, dass kein Tier zu schaden kommt. Dazu werden interessante, kontroverse und zum Teil umstrittene Kampagnen gestartet, um die Öffentlichkeit wach zu rütteln.

Ein Jagdunfall.

Faulmanns letzte Worte: »Schafft die Jagd ab«.

Ve g: Herr Faulmann, was waren die außergewöhnlichsten Aktionen, bei denen Sie teilgenommen haben?

Jürgen Faulmann: Beim »Salzburger Metzgersprung«, einem Sprung in einen großen Wasserbottich, der laut Überlieferung die Lehrlinge von ihren Sünden frei waschen sollte, haben die Metzger eine Überraschung erlebt: Das Wasser wurde von Aktivisten - symbolisch für das Blutbad, das die Metzger anrichten - rot eingefärbt.
Bei der Ski-WM in St. Moritz sind PETA-Aktivisten »lieber nackt Ski gefahren statt Pelz zu tragen« und in Baden-Baden wurde eine »Pelzträgerin« (eine von unseren Aktivistinnen im Pelzmantel) mit einem Eimer »Blut« beschüttet, um auf die Grausamkeit der Pelzproduktion hinzuweisen.

Jürgen Faulmann

als reuiger Jäger bei einer Anti-Jagd-Demo in Berlin.

Ve g: Welche Erfolge haben diese Aktionen?

Jürgen Faulmann: Die Erfolge reichen von konkreten Ergebnissen - wie Firmen, die gewisse tierquälerische Praktiken einstellen oder Firmen, die aufgrund der Nachfrage vegane Produkte einführen - bis hin zu langfristigen Ergebnissen, die sich z.B. im Vegetarieranteil in der Bevölkerung bemerkbar machen sowie im damit verbundenen Rückgang des Fleisch- oder Pelz-/Lederverbrauchs. Manchmal genügt schon die bloße Ankündigung einer PeTA-Kampagne, um Firmen oder Veranstalter zum Einlenken zu bewegen. Aber selbst wenn »nur« einzelne Tiere aus tierquälerischer Haltung befreit werden können, bringt dies oft große Medienresonanz und damit Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung - wie z.B. die Befreiung der Elefantin Sikim aus dem Zirkus Giovanni Althoff, wo die Amtstierärzte so lange untätig waren, bis deren Schwester an den Haltungsbedingungen starb. Solche furchtbaren Zustände ans Tageslicht zu bringen, hat dann auch Einfluss auf Gesetzesänderungen, wie das kommende Wildtierverbot für Zirkusse.

Es ist gut,

wenn man selber ausprobiert, was man anderen antut: Gratis-Fallentest für Jäger bei einer Jagdmesse in Salzburg.

Ve g: Leben Sie vegetarisch?

Jürgen Faulmann: Ich bin seit 11 Jahren im Tierschutz aktiv. Angefangen habe ich mit Biofleisch, vor 8 Jahren wurde ich Vegetarier und seit bald 6 Jahren lebe ich vegan. Jeder Schritt hatte entweder mit mehr Kontakt zu Vertretern der jeweiligen Lebensweise oder mit mehr Einblick in die Missstände im jeweiligen Tierausbeutungsbereich zu tun.

Während Jägerpräsidenten

und Minister beim Jägertag in Münster 2003 zu den Jägern sprechen, klärt Faulmann das Volk auf - vom Dach aus.

Ve g: Glauben Sie, dass die Menscheit eines Tages vegetarisch lebt?

Jürgen Faulmann: Zwangsläufig werden sich die Menschen langfristig vegetarisch ernähren müssen, da die Weltbevölkerung über den Umweg Tier nicht ernährt werden kann - und die Umwelt und vor allem der fruchtbare Boden diese Menge an »Fleischproduktion« nicht verkraften wird. Durch PeTAs Kampagnen werden die Menschen auch immer mehr bezüglich Tierthemen sensibilisiert, was zu einer Verringerung der Unterstützung der tierausbeuterischen Industrien führt. Gleichzeitig kommen immer mehr wundervolle und schmack-
hafte tierfreie Produkte auf den Markt, welche die Abkehr von tierischen Produkten wesentlich erleichtern.

www.peta.de
(Siehe auch Bericht über 10 Jahre Peta-Jubiläum in Hamburg Seite 76-79)