Tierfreunde haben es sich seit 1996 zur Aufgabe gemacht, vielen Tieren, groß und klein, eine Heimat zu geben, wo sie bis an ihr natürliches Lebensende leben können - ohne Angst geschlachtet zu werden. Hier betreuen wir mittlerweile über 200 Tiere. Es sind Pferde, Esel, Kühe, Lamas, Al-pakas, Schafe, Ziegen, Hängebauch- und Wildschweine, Füchse, Kaninchen, Gänse, Enten, Pfauen, Hühner und Tauben. Sie alle werden gut behütet, tierärztlich versorgt und gesund ernährt, sie sind in schönen Ställen untergebracht und haben ausreichend Weideland. Wir wollen im Kleinen wiedergutmachen, was an un-endlich großem Leid der Tierwelt angetan wurde und wird. Bewusst werden Tiere millio-nenfach getötet, gejagt, er-schossen, gequält, grausam misshandelt und dergleichen mehr. Tiere aber sind, wie wir Menschen, Geschöpfe Gottes. Sie lieben wie wir die Freiheit und die Geborgenheit.
Daher sehen wir unsere Aufgabe darin, sie auch entsprechend zu behandeln.
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Ein Rundgang
Es ist Sonntag. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen wecken schon früh die vielen Bewohner auf dem Johannishof.
Als erstes hört man den Hahn August kräen: »Kikerikiiiiiiii!«. Darauf stimmen die Pfauen ein und lassen sich von ihren verschiedenen Schlafplätzen – vom Walnussbaum oder den Fichten am Waldrand oberhalb des Schafstalls – in einem sanften Flug zur Erde gleiten.
Vom Teich her tönt das Schnattern der großen Entenfamilie und lautes Trompeten der Gänse, die sich allesamt gemeinsam zu ihrem Morgenbad aufmachen. Da werden die langen, eleganten Hälse ins Wasser getaucht und sorgfältig die Flügel gespreizt, um jede einzelne Feder mit dem Schnabel durchzukämmen. Anschließend wird das ganze Federkleid unter lustvollem Plantschen im Wasser gespült.
Es ist ganz ruhig um den Gnadenhof »Heimat für Tiere«, denn die geschäftigen Menschen bleiben heute aus. Nur die Tierpfleger, die die große Tierfamilie auch am Sonntag versorgen, sind schon in der Futterküche zu Gang. Unter lautem, fast schon beschwörendem Miauen der Katzen, die auf ihr baldiges Futter hoffen, bereiten sie verschiedene Futtermischungen aus allerlei leckeren Zutaten vor, wie z.B. das Frühstücks-Müsli für die Schafherde, bestehend aus in Wasser eingeweichte Apfel-Chips, Hafer und Kleie. Als nächstes wird die kleine Pferde- und Eselherde begrüßt, die zusammen in einem geräumigen Offenlaufstall ihr gemütliches Zuhause haben. Die Pferde und Esel beginnen den neuen Tag, indem sie sich andächtig und bewegungslos im Auslauf aufstellen und die ersten, wärmenden Strahlen der Sonne auf ihren Körpern genießen.
Olma macht mit einem tief dröhnenden »Muhh!« auf sich und die kleine Kuhherde aufmerksam, damit diese die erste Ration Heu ja pünktlich in ihre Raufen bekommt. Schon bald ist das ruhige Käuen von sechs Kühen zu hören, das eine andächtige Stimmung verbreitet.
Mit einem nicht zu überhörenden “Hurrrrrrrh” erheben sich nun auch Viktor und Viktoria, die beiden Hängebauchschweine, aus ihrem Unterschlupf im Pferdestall und begeben sich zielstrebig zu ihrem Futtertrog. Ein herzhaftes Schmatzen ist zu vernehmen, als die beiden ihre Schnauzen ins Futter tauchen, einem Sud aus vielerlei Gemüse, Brot und Mais.
Das Hausschwein Babe, das als kleines, schnuggeliges Schweinchen hier auf dem Hof ankam und mittlerweile schon beträchtlich gewachsen ist, sodass es, auf den Hinterbeinen stehend locker mit den Vorderbeinen auf der Tür seines Stalles lehnen kann, macht nun auch von sich hören und gibt nicht eher Ruhe, bis die Schale mit Futter im Stall platziert ist.
Es bleibt noch die »Außenrunde«, der Gang zu den außerhalb gelegenen Weiden der Urrinder, Schafe, Ziegen, Lamas und Alpakas. Sobald die Schafe das Rollen der Räder des kleinen Futterwagens auf dem Kieselweg hören, traben sie von der ganzen Weide her schnurstracks auf das Tor zu. Es ist ein richtiges Drängeln, das dem Tierpfleger es nicht gerade leicht macht, überhaupt das Gehege zu betreten und die leckere Futtermischung gerecht auf die langen Futtertische zu verteilen.
Da sind die beiden Urrinder Ben und Sarah schon gemächlicher, schließlich ist hier auf ihrer Weide die Konkurrenz nicht so groß. Gemütlich trotten sie hinter dem Futterwagen her, um gleich darauf ihr »Frühstücks-Müsli« von einem großen Sandstein zu essen.
Auf dem Weg zur Lamaweide liegt das Fuchsgehege im kleinen Wäldchen, das zum Hof gehört. Felia, eine schon 10-jährige Fuchsdame, hat es sich bereits auf den Steinen in der Sonne gemütlich gemacht. Und Nelly begrüßt den Tierpfleger mit einem aufgeregten Jauchzen und freut sich sichtlich. Vor allem von vertrauten Menschen lässt sie sich auch gerne kraulen und spielt gerne mit Askan, wenn dieser beim Futterrundgang mit ins Gehege kommt.
Die eher zurückhaltenden Lamas kommen zwar näher, wenn einer der Tierpfleger die leckere Futtermischung
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Auf dem Gnadenhof
bringt, doch wahren sie immer noch einen gewissen Sicherheitsabstand. Als letzes von allen Tieren erheben sich an so einem ruhigen Sonntagmorgen die drei Wildschweine, die im Stroh ihres kleines Hauses so richtig ausschlafen. Um so schneller galoppieren sie daher, wenn Mais, Getreide, Nüsse und sogar Rosinen in ihre Futterschüsseln gebracht werden. Es ist mittlerweile fast Mittag bis die ganze Tierfamilie versorgt ist. Die Sonne steht bereits fast im Zenit und es wird schon richtig warm. Es ist schön, jetzt einen Augenblick innezuhalten und das Leben auf dem Hof zu betrachten: wie die Hühnerschar über die Wiese zieht, immer scharrend und nach einem essbaren Körnchen Ausschau haltend, wie die Pfauenmännchen sich darin üben, ihr wunderbares weißes Rad zu schlagen. Schwalben und viele andere Singvögel sausen durch die Luft und plantschen bisweilen im Vogelbad.
Die Hängebauchschweine und die Wildschweine genießen ein Sonnenbad an einer windgeschützen Stelle, und auch die beiden Hofhunde Askan und Aisha haben es sich auf dem Kies gemütlich gemacht. Auf der Weide haben sich auch die Kühe zu einem kleinen Mittagspäuschen hingelegt und auch die Pferde balancieren entspannt auf drei Beinen. Ja, so stell ich mir die Idylle eines Bauernhofs vor, wie es ihn früher einmal gegeben hat. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied zur viel beschworenen guten alten Zeit: Keines dieser Tiere wird früher oder später einmal im Kochtopf enden oder für einen Braten herhalten müssen. Niemand heuchelt ihnen Freundschaft vor, um sie eines Tages dann doch ans Schlachtermesser auszuliefern. Sie können bis ans Ende ihrer Tage auf dem Gnadenhof »Heimat für Tiere« leben.
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»Heimat für Tiere - der Gnadenhof« zu unterstützen.
Täglich erreichen uns Anfragen mit der Bitte, in Not geratene Tiere aufzunehmen.
Für hochwertiges Futter sowie tierärztliche Betreuung und den weiteren Aufbau und Anbau, für Weideland, Wasserversorgung und vieles mehr sind die Tiere auf dem Johannishof auf die Unterstützung von Tierfreunden angewiesen: in Form von Patenschaften für Tiere, als Förderer oder durch eine einzelne Spende.
»Heimat für Tiere e.V.« ist ein in Deutschland eingetragener Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit. Als gemeinnütziger Verein sind wir berechtigt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Über aktuelle Aufbauarbeiten informieren wir regelmäßig in unserer kleinen Zeitung, die Sie gerne kostenlos anfordern können.
Heimat für Tiere
- der Gnadenhof -
Johannishof 1,
97834 Birkenfeld
Tel. 09398/998955
www.heimat-fuer-tiere.de
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