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Vegetarisch genießen

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Einleitung Rezepte
Artikel: Über die Intelligenz Knackt Nüsse! Veg. in Thailand Ich habe mehr Kraft Veg. Würste I Veg. Würste II Die Herstellung Aus aller Welt Diener der Tiere Fit auch im Alter Die reine Natur Lasst die Tiere frei! Trockenfrüchte Leserbriefe

Ich habe mehr Kraft

Prominente Vegetarier

Christoph Maria Herbst

deutscher Schauspieler und Kabarettist Spielte 2004 u.a. mit in: „Der Wixxer“, „(T)raumschiff Surprise“, „Stromberg“ (Hauptrolle/Pro7). 2002 Deutscher Comedypreis für besten Nebendarsteller (Ladykracher)

Veg: Herr Herbst, ich habe Sie einmal in einer Talkshow sagen hören, dass Sie kein fanati-scher Vegetarier seien. Sie meinen, wenn Sie z.B. eingeladen sind ...

Christoph Maria Herbst: ... Ja, eigentlich genau in dem Sinne. Ich habe davon gesprochen, dass ich nicht dogmatisch bin. Ich missioniere andere nicht, die mir gegenüber sitzen und Fleisch essen oder gerade eine Brasse auseinandernehmen. Ich kriege auch nicht gleich Herpes, wenn ich einen Salat esse, in dem sich ein paar Krabben versteckt haben. Fleisch esse ich gar nicht mehr, da ziehe ich bei mir wirklich die Grenze. Wenn ich mal eingeladen werde und es gibt ausschließlich Hackbraten oder Wildschwein oder so ein Zeug, da bleibe ich eben bei den so genannten Beilagen. Ich erkundige mich einfach vorher, was es denn zu essen gibt. Man stößt ja inzwischen auf immer mehr Toleranz. In der heutigen Zeit ist es nicht mehr so - Gott sei Dank -, dass gleich die Nase gerümpft oder man gleich ausgeladen wird, wenn man Vegetarier ist oder man sich in der Tupperdose gar sein eigenes Zeug mitbringen muss. Es ist eine große Veränderung festzustellen. Letztendlich auch aufgrund der ganzen Krisen, die über unser Land oder eigentlich weltumspannend über die Erde ziehen.

Veg: Waren diese Krisen der Grund, warum Sie Vegetarier wurden?

Christoph Maria Herbst: Ja. Ich bin eigentlich, als die BSE-Krise ihren Höhepunkt hatte - ich glaube Anfang 2001 -, Vegetarier geworden. Da habe ich für mich einen Schlussstrich gezogen. Ich habe mir nie so wahnsinnig viel aus Fleisch gemacht, und das war dann das letztendliche Schlüsselerlebnis, als ich diese Tausenden und Abertausenden von toten Rindern in England sah, die da verfeuert wurden. Da habe ich mir überlegt, ja was kannst du tun, und man kann eben als Endverbraucher eine Menge tun - indem man einfach kein Fleisch mehr isst. Wenn das viele machen würden, dann wäre natürlich noch mal ein ganz anderer Druck da.
Aber immer nur zu sagen, ja, die machen's ja auch nicht, dann lass ich's auch, bringt nichts. Ich habe einfach einen Schlussstrich gezogen, und das Schöne ist: Ich vermisse es nicht.

Es ist nicht so, dass mir, wenn ich mit Freunden unterwegs bin und wir zum Türken einen Döner essen gehen, in Strömen das Wasser im Mund zusammenläuft, weil ich mich danach verzehre, das zu essen. Da genieße ich dann meine Salattasche oder ein Gericht mit Schafskäse, denn Käse und Eier esse ich ja. Und ich fühle mich - und ich denke schon, dass es da einen kausalen Zusammenhang gibt -, ich fühle mich, seit ich Vegetarier bin, sehr viel energievoller und sehr viel gelöster und habe irgendwie mehr Kraft.

Veg: War es nur der wirtschaftliche Irrsinn der Rinderverbrennungen, der Sie zur Umkehr bewog, oder haben Sie auch an die Tiere gedacht, die da ...

Christoph Maria Herbst: Absolut, absolut Letzteres auch. Es ist bei mir ein Bündel aus Vielem: Es geht um Ethik, es gibt einen gesundheitlichen Ansatz, und ich glaube nicht, dass Fleisch ein Hauptnahrungsmittel ist; es hat natürlich auch politische Gründe, die ich gerade schon ein bisschen beschrieben habe - es geht alles Hand in Hand. Und es hat auch etwas mit der eigenen inneren Stimme zu tun. Also: Ich versuche ein- bis zweimal im Jahr zu fasten. Meistens mache ich daraus ein Heilfasten, während dem ich gar nichts esse, sondern nur Flüssigkeiten zu mir nehme. Wenn ich das etwa 7 bis 12 Tage einhalte, dann fühle ich mich danach, wenn ich langsam meine Ernährungsgewohnheiten wieder aufnehme - und in dem Moment ist man eigentlich körperlich und auch geistig in einem sehr jungfräulichen Zustand -, ganz sauber und im wahrsten Sinne des Wortes wie neu geboren. Es ist hochinteressant festzustellen, dass man in so einer Phase auf alles Durst, Hunger und Appetit hat, nur nicht auf Fleisch. Ich habe dann Hunger auf Früchte, auf Nüsse, auf Körner, auf Sprossen, auf Salate, auf leichtes Brot mit Quark - und insofern hat das bei mir auch sehr viel mit In-sich-hinein-Horchen zu tun gehabt.

Veg: Was Sie da berichten zeigt ja, dass das natürliche Ernährungsempfinden des Menschen nicht auf Fleisch und tote Nahrung, sondern auf frische Früchte, die uns die Natur schenkt, ausgerichtet ist. Was sagen Sie denn zu den heutigen Methoden der so genannten Nutztierhaltung? Die Tiere werden dabei ja fast ausschließlich im Dunkeln auf engstem Platz gehalten und bis zur Unförmigkeit gemästet, um sie nachher abzuschlachten - inzwischen sind es Millionen täglich...

Christoph Maria Herbst: Es sind Millionen Turbotiere, die da herangezüchtet werden. Wenn man bedenkt, wie eine Hähnchen- oder eine Truthahnbrust gezüchtet wird - mir wird schon schlecht, wenn ich darüber rede. Die Tiere fallen zum Teil vornüber, einfach, weil sie das Gewicht vorne unter dem Kopf, wo die Brust sitzt, nicht mehr halten können. Es gibt ja genügend Bildmaterial darüber, auch bewegte Bilder. Ich missioniere nicht herum, aber ich kann nach solchen Bildern nicht zur Tagesordnung übergehen. Es sind im Grunde genommen lebende, oder noch lebende, Sondermülldeponien, die mit Hormonen, Antibiotika und allen möglichen Mitteln vollgestopft werden, damit sie nicht erkranken. All diese Substanzen nimmt man dann mit der Fleischnahrung auf. Dazu kommt noch, dass diese Vorgänge mit viel negativer Energie verbunden sind, die man dann - davon gehe ich aus - ebenso in sich aufnimmt. Da kommen sehr viele Faktoren zusammen - aber ab einem gewissen Punkt brauchte ich sie gar nicht mehr, denn da fing bei mir schon eine Bewusstseinsänderung an.

Veg: Gibt es ein Lieblingsmenue oder irgendetwas, von dem Sie sagen könnten: Ja, das mag ich am liebsten?

Christoph Maria Herbst: Ja, ich liebe die italienische Küche sehr. Nudeln in allen Varianten sind eine tolle Sache. Ich habe auch immer ein selbstgemachtes schönes Pesto im Gefrierfach, für den Fall, dass man irgendwann mal nicht einkaufen gehen könnte.

Veg: Machen Sie das im Mixer mit frischem Basilikum?

Christoph Maria Herbst: Ja, und mit eigenem Basilikum von der Terrasse. Ich produziere dann immer gleich raue Mengen. Eine Schublade in meinem Eisfach ist voll mit diesem Pesto: einmal mit feinem Parmigiano, einmal mit Gran Padano oder auch mit Pecorino, alles mit sehr viel Olivenöl und Pinienkernen oder auch Walnusskernen und ganz ganz viel Knoblauch. Das fertige Pesto habe ich in die Eiswürfelboxen gefüllt, sodass es auch schon gut portioniert ist.

Veg: Sehr schlau! Das habe ich noch nie gehört, dass man es so machen kann...

Christoph Maria Herbst: Für eine Portion Nudeln muss man zwei bis drei Portionen rausdrücken - die gibt es übrigens in vielen Formen, zum Beispiel als Pfeile, Herzen oder Delfine - und man kann es dann im Römertopf erhitzen, ohne dass es anbrennt. So hat man ein ganz tolles Zwischendurch-Gericht.

Veg: Das ist eine gute Idee. Das werden sicher einige Leser ausprobieren.

Christoph Maria Herbst: Ich backe auch mein Brot selber, so dass man mal eine leckere Scheibe selbstgemachten Brotes essen kann. Und ansonsten, jetzt gerade in den Sommermonaten, esse ich tagsüber fast nur Früchte und trinke Wasser. Ich merke, dass da sehr viel zurückommt, dass es mir gut tut.

Veg: Unglaublich...

Christoph Maria Herbst: Ich mache es tatsächlich so. Es ist eine feine Sache, die ich jedem empfehlen kann, der ein bisschen neugierig ist und aus Gewohnheiten ausbrechen möchte. Man wird wirklich mit einem höheren Maß an Energie entschädigt und hat weniger Erkältungen und ähnliches.

Veg: Jetzt wissen wir um Ihr Geheimnis, warum Sie immer so gut drauf sind und Kabarettisten wie Anke Engelke mit so erfrischenden Gags versorgen können...

Christoph Maria Herbst: Ja, Ladykracher mit Anke Engelke habe ich gemacht, und jetzt wird gerade auf SAT1, Freitagabend um 22.15 Uhr, die dritte Staffel wiederholt. Die ist jetzt übrigens auch auf DVD auf den Markt gekommen. Es wird aber keine neue Staffel mehr geben, weil Anke ja jetzt die Late-Show macht und keine Zeit mehr dazu hat. Momentan bin ich im Kino zu sehen in Der Wixxer, wo ich den Hutler spiele, und ab dem 22. Juli bin ich in einem neuen Kinofilm mit Bully Herbig „(T)raumschiff Surprise“ auch mit dabei. Kommenden Dienstag fange ich mit den Dreharbeiten zu einer eigenen 8-teiligen Geschichte für PRO7 an, in der ich die Titelrolle spiele. "Stromberg" heißt der Arbeitstitel, und ich könnte mir vorstellen, dass der Film diesen Titel behalten wird. Darin spiele ich eben diesen Menschen Stromberg.

Veg: Herzlichen Dank für das Gespräch.

Christoph Maria Herbst

Deutscher Schauspieler und Kabarettist: »Man kann als Endverbraucher eine Menge tun - indem man einfach kein Fleisch mehr isst. Wenn das viele machen würden, dann wäre ein ganz anderer Druck da.«