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Freiheit für Tiere

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Dr. Janez Drnovšek,

der amtierende slowenische Staatspräsident

Für den amtierenden slowenischen Staatspräsidenten Dr. Janez Drnovšek sind die Tiere Lebewesen. Wie der Mensch mit ihnen umgeht, ist nach seiner Aussage unmenschlich, grausam, unethisch und gegen die Natur gerichtet, mit weitreichenden Folgen. Jagd als Lust am Töten der Tiere, im Sinne eines Freizeitvergnügens oder Sports, sei für ihn völlig unverständlich und zeuge von einem niedrigen Bewusstseinsstand.

Veg: Weshalb wurden Sie Vegetarier, und welche Veränderungen haben Sie durch diese Ernährung erfahren?

Dr. Janez Drnovšek: Vegetarier wurde ich, weil ich fühle, dass eine solche Ernährung besser ist, hochwertiger. Fleisch essen wir doch letztlich nur aufgrund von anerzogenen Gewohnheiten und Verhaltensmustern. Ich bin einige Jahre lang Vegetarier gewesen. In letzter Zeit bin ich dann zum Veganer geworden, was bedeutet, dass ich auch keine Milch, keine Milchprodukte und Eier mehr esse. Für eine vollwertige Ernährung bleibt dabei trotzdem noch eine genügend große Auswahl von verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln, die allen Anforderungen genügen. Zu diesem Schritt habe ich mich einem inneren Gefühl folgend entschieden.
Einige Zeitgenossen sind der Ansicht, vegane Ernährung sei sehr eintönig. Das ist aber nicht wahr. Sie kann sehr abwechslungsreich sein.

Veg: War der Hauptgrund für die Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten Ihre schwere Erkrankung vor einigen Jahren?

Dr. Janez Drnovšek: Während dieser Zeit bekam ich die ersten Anstöße dazu. Zunächst durch das Meiden von rotem Fleisch, dann auch von weißem, und dann von Fisch und so fort.

Veg: Fühlen Sie sich jetzt - nach dem Übergang zu einer fleischlosen Ernährung - besser als vorher?

Dr. Janez Drnovšek: Ja, ich fühle mich insgesamt sehr gut. Man sagt mir nach, ich hätte sogar zu viel Energie …

Veg: Am Welt-Tierschutztag, am 4. Oktober, luden Sie Mitglieder des "Vereins für die Befreiung der Tiere" zu einem Gespräch ein. Worüber wurde gesprochen?

Dr. Janez Drnovšek: Ich habe die Mitglieder dieses Vereines vor allem deshalb empfangen, um mit ihnen gemeinsam einer breiten Öffentlichkeit am Welt-Tierschutztag eine Botschaft zu vermitteln.
Wir Menschen machen uns oft zu wenig bewusst, wie wir mit den Tieren umgehen, auf welche Art wir sie behandeln. Auch sie sind lebende Wesen. Wie ich anfangs schon erwähnte, übernehmen wir Menschen gedankenlos bestimmte Verhaltensmuster in unserem Umgang mit den Tieren und hinterfragen uns zu wenig, was wir damit auslösen. Wenn wir uns vor Augen halten, wie der Mensch mit der Tierwelt umgeht und auf diese einwirkt, müssen wir zu dem Schluss kommen: Dies ist nicht mehr menschlich. Denken wir nur an die Massentierhaltung, wo die Tiere unter unwür-digsten, unsäglichen Bedingungen leben müssen, und denken wir an die Massenschlachtungen.
Oder vergegenwärtigen wir uns, auf welche Art und Weise Tiere in Lastwagen transportiert werden, häufig ohne Wasser, und ähnliches mehr. Das ist ein äußerst grausames Verhalten den Tieren gegenüber. Aber die Leute, die so etwas tun, sind deshalb nicht unbedingt schlecht - sie denken nur nicht darüber nach. Wenn das Endprodukt auf den Tisch kommt, macht man sich einfach nicht bewusst, woraus es besteht, geschweige denn, was sich davor abspielte.

Veg: Haben Sie sich also auch aus ethischen Gründen für die vegetarische Ernährung entschieden?

Dr. Janez Drnovšek: Der ethische Grund spielte wohl eine Rolle, zum anderen aber auch die Tatsache, dass der Mensch Fleischnahrung überhaupt nicht benötigt. Das sind lediglich die uns anerzogenen Gewohnheiten, die auf Prägungen unserer Gefühlswelt beruhen. Natürlich ist es wirklich schwierig, mit allem über Nacht aufzuhören - aber schrittweise, das ist möglich. So habe ich es auch selbst getan.

Veg: In den Medien haben Sie sich gegen die Subventionierung der Massentierhaltung ausgesprochen. Weshalb haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Dr. Janez Drnovšek: Es erscheint mir wirklich unsinnig, dass ein Hauptanliegen der Europäischen Union gerade die hundertprozentige Subventionierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sein muss, vor allem von Erzeugnissen tierischen Ursprungs. Die Tatsache, dass die Europäische Union die Massenhaltung von Rindern und Geflügel subventioniert, ist vom ethischen Standpunkt aus die am meisten bedenkliche. Aber nicht nur vom ethischen, auch vom Standpunkt der Ernährung aus. Daran erinnert uns die Natur bereits selbst: ob durch BSE, ob in letzter Zeit durch die Schweinepest oder durch den Vogelgrippe-Virus. Es ist einfach offensichtlich, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass sich etwas entgegen den Zyklen der Natur abspielt und dies eine Warnung an den Menschen ist.

Veg: Vegetarische Erzeugnisse sind in den Geschäften teurer als Fleischprodukte. Damit werden die Menschen nicht gerade angeregt, gesündere Nahrung zu kaufen. Sind Sie der Meinung, dass mehr Menschen aufhören würden, Fleisch zu essen, wenn vegetarische Nahrung günstiger wäre?

Dr. Janez Drnovšek: Wahrscheinlich ist auch dies ein Grund, obwohl ich denke, dass der maßgebliche Gesichtspunkt vor allem die Bewusstwerdung der Menschen ist. Es ist vor allem eine Frage des Bewusstseins der Menschen - dass wir uns also dessen überhaupt bewusst sind, was geschieht und an was wir beteiligt sind. Ich denke, dies ist eine Schlüsselfrage.
Natürlich ändert sich infolgedessen dann auch die Politik: z.B. die Agrarpolitik, die Subventionspolitik und die politischen Zielsetzungen. Weshalb sollten wir nicht besser die umfangreichen Mittel statt in die Fleischindustrie lieber z.B. in die ökologische Erzeugung verschiedener pflanzlicher Nahrungsmittel wie Getreide, Hülsen-früchte, Obst und darauf basierende Produkte fließen lassen? Dies wäre sehr viel schonender gegenüber der Natur, denn ökologische Herstellung bedeutet, dass keine chemischen Düngemittel und diversen Zusätze verwendet werden. Auf diese Weise verunreinigen wir die Umwelt nicht, und gleichzeitig sind diese chemischen Zusätze dann nicht in der Nahrung enthalten. Zur Zeit nehmen wir zusammen mit der Nahrung all diese Chemie auf, die nicht gesund ist. Doch hinter diesem Konglomerat der Nahrungs- und Fleischindustrie stehen die Interessen der Hersteller, großer Lobbies mit horrenden Profiten.
Allerdings bin ich der Ansicht, dass die Bewusstwerdung der Menschen bereits fortschreitet, bei uns und auch anderswo in der Europäischen Union. Die Menschen suchen verstärkt nach gesunden Produkten. Ich denke, dass sie auch immer mehr zur Natur zurückkehren und ebenfalls sensibler werden, was Tiere und tierische Nahrung betrifft.

Slovenien bei Nacht  Dr. Janez Drnovšek
mit Tierschützern und dem Vertreter von »Vegetarisch genießen«  

Veg: Würden Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen Menschen empfehlen, sich vegetarisch zu ernähren?

Dr. Janez Drnovšek: Wenn ich mir dies selbst empfehle, dann sehe ich keinen Grund, dies nicht auch anderen Menschen zu empfehlen. Ich kann mich nicht beschweren, wie ich schon sagte; ich habe mehr als genug Kraft. Und außerdem kann ich doch ein lebendes Beispiel sein, dass das Überleben auch ohne Produkte, die aus Tieren hervorgehen, möglich ist.

Veg: Wie stehen Sie dazu, dass wir alle gleich viel für die Gesundheitsfürsorge aufbringen müssen? Es ist bekannt, dass Vegetarier gesünder sind und deshalb weniger medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.

Dr. Janez Drnovšek: Dies ist ein weitreichendes Problem. Ein ganzheitliches Konzept könnte anders aussehen. Doch das ist hier nicht der Punkt. Ich denke, dass dies keine Kernfrage ist, denn ein gewisses Maß an Solidarität muss in einem Gesundheitssystem schon sein, so dass die, die gesund sind, jenen helfen, die weniger gesund sind. Es ist aber wahr, dass jeder Mensch selbst für seine Gesundheit verantwortlich sein sollte. Wenn wir weniger schädliche, weniger unge-sunde Nahrung zu uns nehmen würden, würden wir damit die Krankenkassen wesentlich entlasten, die unter zunehmendem Druck stehen. Natürlich liegt es nicht im Interesse aller, dass dies geschieht. Was würde dann mit der pharmazeutischen Industrie, den großen multinationalen Konzernen, die daran verdienen, dass Men-schen krank sind, und mit dieser Zielgruppe milliardenschwere Gewinne erzielen?

Veg: Wie stehen Sie zur Jagd?

Dr. Janez Drnovšek: Jagd im Sinne des Tötens von Tieren als Sport ist sicher keine ethische Angelegenheit...

Veg: Wie ist Ihr Verhältnis zu Tierversuchen?

Dr. Janez Drnovšek: Dies ist ein bekanntes Dilemma, welches gerade in letzter Zeit aktuell war, auch in Europa, in Großbritannien. Natürlich müssen wir uns fragen, ob es uns gefallen würde, selbst Gegenstand von Versuchen zu sein. Mein Vater war während des zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, und an ihm und an Tausenden anderer führten die Deutschen verschie-dene medizinische Experimente durch. Das gefiel ihm überhaupt nicht...

Veg: Wo liegen Ihrer Meinung nach die Wurzeln des bruta-len Verhältnisses zu den Tieren?

Dr. Janez Drnovšek: Im niedrigen Grad der Bewusstwerdung der Menschen.

Veg: Und geschichtlich gesehen?

Dr. Janez Drnovšek: Geschichtlich kann ich das schwer genau zuordnen. Grundsätzlich geht es in diesem Fall um das Respektieren von Leben als Leben. Tiere sind Wesen mit Gefühlen. Jeder, der daheim ein Tier hat, weiß, dass Tiere nicht ohne Gefühle sind. Religionen reden oft vom Respekt dem Leben gegenüber, doch beziehen sich dabei nur auf den Menschen, und sogar das nicht immer. Wenn wir zurückdenken, wie im Mittelalter die katholische Kirche lange Zeit verkündete, dass Indianer, welche damals von Spaniern und Portugiesen versklavt wurden, keine Seele hätten ... Dies bedeutete, dass man sie nicht als lebende Wesen mit Gefühlen zu behandeln brauchte. Dann kehrten sie an einem gewissen Punkt um und sagten, dass Schwarze keine Seele hätten. Es folgten einige Jahrhunderte der Versklavung von Schwarzen. All das mit dem Segen der Kirche. Heute akzeptiert das niemand mehr, weder das eine noch das andere. Wir sehen daran, wie sich das Bewusstsein der Menschen verändert, ungeachtet dessen, ob in einer bestimmten Zeitepoche Normen oder Institutionen anderes behaupten.

Veg: Für Millionen von Tieren sind die “christlichen” Feiertage wie Weihnachten oder Ostern etc. eine Zeit furchtbaren Leidens, damit die gedeckten Tische mit Leichenteilen bestückt werden können. Wie denken Sie darüber?

Dr. Janez Drnovšek: Wahrscheinlich würde sich Jesus im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass in seinem Namen ein Massenmord an Tieren stattfindet. Die Botschaft des Jesus von Nazareth beruht auf dem absoluten Respekt vor dem Leben, und es ist schwer vorstellbar, dass Jesus akzeptieren würde, dass ihm zu Ehren Millionen von Lebewesen geopfert werden.
Veg: Ist Ihnen bewusst, dass Vegetarier, also auch Sie, von Seiten der Kirche verflucht sind und die Kirche die ewige Verdammnis für Sie vorgesehen hat? (Papst Johannes III, 1. Synode von Braga)

Dr. Janez Drnovšek: Es ist wohl gut, dass jene, die so sprechen, nicht darüber entscheiden, wer tatsächlich in die Hölle geht...

Veg: Internationale Politiker betonen in ihren Reden immer wieder ihren Einsatz für den Weltfrieden. Sind Sie der Ansicht, dass Frieden auch mit unserem Verhältnis zu den Tieren und einer unblutigen, friedfertigen Ernährung verbunden ist? Oder wie es Tolstoj ausdrückte: "Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben."

Dr. Janez Drnovšek: Wenn das Bewusstsein des Menschen hoch genug entwickelt ist, dann wird er Tiere nicht mehr töten oder grausam behandeln. Von einem solchen Menschen ist also noch weniger zu erwarten, dass er in den Krieg ziehen und Menschen töten wird, um einen Vorteil zu erlangen. Bei Menschen, die Tiere nicht töten und essen, bestehen viel mehr Möglichkeiten, dass sie einen Weg finden, in Frieden und im Miteinander zu leben. Das alles ist miteinander verbunden über das Niveau des Bewusstseins. Dann, wenn das Niveau hoch genug ist, kommt eines zum anderen. Deshalb ist die Schlüsselfrage die nach der Sensibilisierung der Menschen.

Veg: Wie stehen internationale Politiker zu dieser Frage?

Dr. Janez Drnovšek: Internationale Politiker sind nicht mehr und nicht weniger sensibilisiert als andere Menschen. Ich beobachte sogar, dass der Grad der Bewusstwerdung bei Durchschnittsbürgern höher ist als bei Ersteren. Betrachten wir beispielsweise viele Nichtregierungs-Organisationen in Europa - sie befassen sich mit Dingen, die für Politiker noch keine Priorität haben, sei dies z.B. das Verhältnis zu den Tieren, der Umweltschutz oder der Kampf gegen die Klimaveränderungen. Dieser ganze Druck zur Veränderung kommt aus der Zivilgesellschaft. Dann, wenn eine kritische Gruppierung von Menschen eine bestimmte Idee aufgreift, wenn viele Menschen Veränderungen erwarten und fordern, erst dann reagiert für gewöhnlich die Politik. Politiker sind leider oft nicht die, die andere sensibilisieren, sondern sie trotten eher dem allgemeinen Bewusstseinsstand der Menschen hinterher. Wenn sie feststellen, dass sie bei den nächsten Wahlen nicht gewählt werden, dann passen sie sich an und verändern ihre Prioritäten in jene Richtung, die für die Bürger wichtig ist.

Veg: Albert Einstein sagte: "Nichts anderes wird die Chance auf ein Überleben der Menschheit auf der Erde so erhöhen wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Wie kommen-tieren Sie diesen Gedanken des genialen Physikers?

Dr. Janez Drnovšek: Die Chancen für ein langfristiges Überleben der Menschheit würden sich auf jeden Fall vergrößern. Alles ist miteinander verbunden. Eine höherwertige Nahrung ist auf gewisse Art verbunden mit einem höheren Bewusstseinsstand. Dieser Prozess vollzieht sich schrittweise: Wenn uns das eine gelingt, werden wir auch das andere tun können.
Es steht aber nur schwerlich zu erwarten, dass wenig bewusste Menschen, die grausam mit Tieren verfahren, mit Kriegen aufhören, mit dem Ausbeuten anderer, dass sie etwas gegen die Armut in der Welt tun usw. Kurz gesagt: Solange das Bewusstseinsniveau niedrig ist, wird alles Negative, das in der Menschheit vorhanden ist, weiterbestehen können und sich noch bis zu einem Maß vergrößern können, dass es die Menschheit vernichtet.

Veg: Sind die Menschen, die sagen, dass sie die Tiere lieben, aber Fleisch genießen, tatsächlich Tierfreunde?

Dr. Janez Drnovšek: Wissen Sie, ich denke, dass diese Menschen Tiere gern haben, ihre geliebten Haustiere, aber irgendwie automatisch das Fleisch anderer Tiere essen. Wenn wir ihnen ein Rind in die Küche führen und ihnen erzählen würden, dass diese Kuh getötet wird, damit wir ihnen ein Schnitzel herstellen können, würden sie wahrscheinlich etwas mehr nachdenken. Fleisch wird in der Nahrungsmittelindustrie derart formlos verarbeitet, dass die Leute denken, das Schnitzel sei eben ein Schnitzel und nicht ein Teil eines lebenden Wesens.

Veg: Einige Damen tragen im Winter das Fell von Tieren. Wie ist Ihr Standpunkt zu diesem Teil der Mode-Industrie?

Dr. Janez Drnovšek: Diese Frage betrifft wieder die Bewusstwerdung der Menschen. Menschen übernehmen oft automatisch bestimmte Verhaltensmuster und Gewohnheiten, ohne nachzudenken. Erst wenn sie beginnen, darüber nachzudenken, können sie ihre Einstellung verändern. Dann werden sie vorsichtig und werden sich bewusst, was sie kaufen.

Veg: Woher nehmen sich Menschen überhaupt das Recht zu töten? Woher nehmen sie sich die Freiheit, Tiere zu quälen - für sich selbst aber gleichzeitig Frieden und alle Rechte zu fordern? Ist dies in einem
Artikel der Verfassung erlaubt?

Dr. Janez Drnovšek: Ausdrücklich ist es nicht erlaubt, aber natürlich werden ihnen Rechtsanwälte und Verfassungsrechtler sagen, dass es auch nicht verboten ist bzw. davon ausgegangen wird, dass es erlaubt sei.

Veg: Aus inoffiziellen Quellen habe ich erfahren, dass auch Ihr Hund Brodi Vegetarier ist. Stimmt das?

Dr. Janez Drnovšek: Sie sind ja gut informiert. Diese Frage stellen Sie ihm am besten selbst. Er hat mir keine Vollmacht gegeben, in seinem Namen zu sprechen. (Lacht.)

Veg: Sehr geehrter Herr Präsident, vielen Dank für dieses Gespräch.

Das Interview führte Damjan Likar

Die Mutigen Thesen

des slowenischen Staatspräsidenten Dr. Janez Drnovšek:

• Es ist unmoralisch und brutal die Tiere zu schlachten und zu verzehren

• Die Tiere sind Wesen wie wir Menschen, sie fühlen Freude und Schmerz und wir sollen für sie sorgen, statt sie zu schlachten und zu essen.

• Die Subventionen der EU für Massentierhaltung sind unmoralisch, gesundheitlich und ökologisch verfehlt

• Slowenien ist gut beraten von der Massentierhaltung abzusehen und stattdessen eine Ökolandwirtschaft einzuführen.

• Slowenien soll konstruktive Vorschläge bringen, die zum Frieden und Verständnis beitragen - und nicht zum Krieg.

Schlagabtausch in der Presse

Der slowenische Staatspräsidenten Dr. Janez Drnovsek:
"Ändert der Mensch sein Leben zum Positiven dadurch, dass er seine inneren und äußeren Konflikte in seinem Leben und mit seiner Umgebung löst, so dass er mit seinen Mitmenschen, mit der Natur und den Tieren in Frieden lebt, dann kann er seine Krankheit aus seinem Kopf verbannen. Er wird körperlich gesünder oder gesund, diese Erfahrung mache ich. Ich hoffe, dass es noch viele Menschen geben wird, die es begreifen werden."

Der Präsident der Ärztekammer Dr. Dr. med. Poredos:
"Herr Präsident, eine Änderung des Lebens zu einer positiveren Einstellung zu sich selbst, zu den Mitmenschen, den Tieren und zur Natur ist kein Automatismus für die körperliche Gesundung des Menschen - so wie sie behaupten. Ihre Äußerung finde ich nicht gut und rufe alle Menschen auf, stattdessen dem Rat der Mediziner voll Folge zu leisten."

Die Thesen des slowenischen
Präsidenten kochen hoch... 
Präsident der Ärztekammer:
„Herr Präsident,
ich teile ihre Meinung nicht ...“