Eine afrikanische Löwin bewies, dass die Worte des großen Propheten keine Utopie sind.
Die Wissenschaft behauptet, ein Löwe überlebe ohne Fleischnahrung nur einige Wochen, denn er brauche die Aminosäure Taurin, die in der nötigen Menge nur im Fleisch vorhanden sei. Dass es aber trotzdem auch anders geht, beweisen einige Beispiele aus der heutigen Zeit. Ein Beispiel ist die wahre Geschichte des Löwen "Little Tyke", der sich partout weigete, auch nur ein Gramm Fleisch zu essen, und sich trotzdem bester Gesundheit erfreute - also ein Vegetarier durch und durch. Aber nicht genug, dass er andere Tiere nicht tötete; er war ihr Freund und beschützte sie sogar. Da wird man unwillkürlich an die Prophezeiung des Jesaja erinnert, der über eine zukünftige Zeit weissagte: "Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten."
Eine schlimme Geburt
George und Margaret Westbeau standen vor den engen Stahlgittern eines Käfigs und beobachteten nervös, was darin vor sich ging. Im Käfig befand sich ein bösartiges, rasendes Raubtier mit rasiermesserscharfen Klauen und blit-zenden Fangzähnen, die es brüllend entblößte. Seine bernsteinfarbenen Augen mit dem leiderfüllten Blick sah das Paar, das kaum drei Schritte von dem Tier entfernt stand, jedoch gar nicht.
In der Vergangenheit hatte diese Löwin ihre Jungen stets sofort nach der Geburt getötet. Viermal in den letzten sieben Jahren hatten ihre mächtigen Kiefer die neugeborenen Jungtiere zermalmt und diese heftig gegen die Gitter ihres Käfigs geschleudert, wo sie leblos liegen blieben. Handelte diese Löwin bewusst gegen den normalen Mutterinstinkt, den sie einst besaß? Ihr Leben war nur noch ein trauriges Abziehbild ihres früheren Lebens in Freiheit. Der Natur entrissen und von denen, die sie gefangen nahmen, gequält, fristete sie nun ihr freudloses Dasein in einem Käfig. Spürte sie vielleicht, dass sie ihren Welpen die Demütigung, die sie selbst nur schwer ertrug, ersparen konnte, indem sie diese tötete?
Dann kam das neugeborene Jungtier plötzlich auf die besorgten Betrachter zugeflogen. Schnell packte es George und zog es durch die Gitterstäbe, bevor seine Mutter es töten konnte. Der brutale Biss der Mutter hatte sein rechtes Vorderbein derart verstümmelt, dass es nur noch hilflos herabbaumelte. Angesichts einer solchen Wut war das einzige, was ein Mensch sagen konnte: Du armes kleines Ding. (Anm. d. Übs.: »Englisch You poor little tyke.«) Die Westbeaus nahmen die drei Pfund schwere »Little Tyke« in ihre abgelegene Valley-Ranch in der Nähe von Seattle mit. Dort kam sie in Kontakt mit der ganzen »Menagerie«: mit anderen Tieren wie Pferden, Rindern und Küken; neugierige Pfauen säumten das Dach, Kätzchen spähten durch einen Pfahlzaun, und zwei Terriers vollführten wahre Freudensprünge über diesen Neuzugang zu ihrem Tierhaushalt. Little Tyke wurde mit warmer Milch aus der Flasche großgezogen, und langsam besserte sich ihr Zustand.
Geheimnisvolle Reaktion
Auf den Rat von Experten hin begannen die Westbeaus nach drei Monaten mit der Entwöhnung und Umstellung auf feste Nahrung. Außer einer Lieblingspuppe nahmen sie ihr die meisten ihrer Gummi-Spielzeuge weg, um sie durch Knochen von frisch geschlachteten Rindern zu ersetzen. Dann trugen sie das kleine Jungtier zu den Knochen. Aber welche Überraschung, sie warf sie wild von sich! Experten versicherten ihnen mit deutlichen Aussagen, dass Löwen ohne Fleisch nicht leben könnten. In der Wildnis fräßen Löwen nur Fleisch - elf Pfund pro Tag benötigt ein ausgewachsenes weibliches Tier. Alarmiert durch Little Tykes befremdendes Verhalten, berieten sie sich, wie sie Fleisch in ihre Diät einführen könnten. Mittlerweile setzten sie die Fütterung des Babys mit Getreide fort, das mit Milch versetzt wurde. Ein guter Freund schlug vor, die Milch mit zunehmenden Portionen von Rindfleischblut zu mischen. Wenn man nun der Milch zehn Tropfen Blut beimischte, wollte Little Tyke jedoch nichts damit zu tun haben. Sie mischten dann fünf Tropfen Blut dazu und verbargen die Flasche. Während sie an der Flasche, die nur Milch enthielt, sog, wechselten sie schnell die Flasche. Wieder verweigerte sie letztere. In ihrer Verzweiflung fügten sie nur einen Tropfen Blut einer vollen Flasche Milch hinzu, aber Little Tyke verweigerte auch diese Flasche, und sie beobachteten mit Verwunderung diese Szene. Ein anderer Freund schlug vor, die eine Hand mit Milch zu benetzen und die andere mit einer Mischung aus Milch und Hackfleisch. Das Kleine leckte bereitwillig die Hand mit der Milch, verweigerte jedoch die andere, mit der Mischung aus Fleisch und Milch. Ihre Not verspürend, wischte George seine Hände mit einem Handtuch ab und nahm sie auf dem Arm. Sie fauchte voller Angst und verkroch sich in ihrem Schrecken. Sie konnte den Fleischgeruch nicht ertragen und beruhigte sich erst, als man ihr mit gewaschenen Händen eine frische Flasche Milch reichte.
Eine Belohnung von eintausend Dollar
Als sie neun Monate alt war und bereits fünfundsechzig Pfund wog, wurden Little Tyke die Schienen und Verbände von ihrem Bein endgültig entfernt. Langsam lernte sie, das geheilte Bein zu benutzen, und sie suchte die Gesellschaft der anderen Tiere. Da die Viehfarm nicht genug Einkommen brachte, betrieben die Westbeaus in der Stadt einen kleinen Laden. Dazu lagerten sie pflanzliche Lebensmittel im Kühlraum. Wenn sie dorthin gingen, kam Little Tyke mit ihnen, und damit wurde ihre vegetarische Löwin überall bekannt. Als sie vierjährig war, schrieben die Westbeaus in einer Anzeige eine Belohung von eintausend Dollar für einen Vorschlag aus, mit der man die Löwin dazu bewegen könne, Fleisch zu fressen. Zahlreiche Vorschläge kamen, doch Little Tyke verweigerte alles, was mit Fleisch zu tun hatte.
Die Antwort
Um das Problem mit der Ernährung der Löwin zu lösen, wandten sich die Betreuer dieses erstaunlichen Tieres weiterhin an Experten. Schließlich gelang es einem jungen Besucher, ihre Besorgnis zu zerstreuen. Ernst blickte er sie an und fragte: „Lesen Sie denn nicht die Bibel? Lesen Sie doch einmal Genesis 1:30. Dort werden Sie die Antwort finden.“ George las die Verse alsbald. Zu seinem Erstaunen stand dort: „Und jedem Tier der Erde, und jedem Geflügel in der Luft, und allem, was auf der Erde kriecht, und wo es Leben gibt, habe Ich jedes grüne Kraut als Nahrung gegeben, und so war es.“ Von da an waren die Westbeaus beruhigt.
Little Tykes Mahlzeiten
Ein typisches Essen bestand aus verschiedenen Getreidesorten, ausgewählt auf-grund ihres Gehalts an Eiweiss, Calcium, Fett und Faserstoffen. Margaret kochte meistens für einige Tage auf Vorrat. Zur Zeit der Fütterung erhielt Little Tyke eine köstliche Mahlzeit bestehend aus zwei Handvoll gekochtem Getreide, zwei Litern Milch und zwei Eiern. Beim Essen stellte sie nur eine Bedingung: Ihre Lieb-lings-Gummi-Puppe musste neben ihr sein. Da sie Knochen vom Tier verweigerte, gaben ihr die Westbeaus zur Stärkung der Zähne und des Zahnfleisches Gummistiefel. Sie machten ihr die Stiefel „schmack-haft“, indem sie diese mit Parfüm besprühten. Ein Stiefel hielt etwa einen Mo-nat
Little Tyke und ihre Freunde
Little Tyke hatte viele enge Tier-Freunde. Ihre Lieblinge waren Pinky (ein Kätzchen), Kobold (ein anderes Kätzchen), Becky (ein Lamm) und Baby (ein Rehkitz). Ihr Liebling und bester Freund jedoch war Becky, die Little Tykes Gesellschaft der anderer Tiere vorzog.
Nationale Berühmtheit
Die populäre TV-Show „You asked for it“, bearbeitet von Art Baker, zeigte Little Tyke auf den Bildschirmen. Die Produzen-ten wollten eine Szene mit Küken, was für George kein Problem war, da Little Tyke sich auf der Hidden Valley Farm gut mit diesen verstand. Als die Film-Crew die Kü-ken brachte, waren sie erst vier Tage alt!
Die Küken
Seine einzige diesbezügliche Erfahrung machte Little Tyke mit den Hüh-nern, die auf der Farm mit ihren Küken auf dem Rasen herumliefen. George dachte nicht weiter darüber nach, bis er beobachtete, wie Little Tyke sich ganz merkwürdig verhielt und vorsichtig und etwas unsicher mit geöffneten Kiefern und geschlossenen Lippen herumschlich. Er rief: „Tyke, was hast du im Maul?“ Sofort öffnete die Löwin ihr Maul, und ein kleines Küken flog unverletzt heraus. Es flatterte mit seinen kleinen Flügelchen und wollte zum Entsetzen der Mutterhenne gleich wieder zurück ins Maul! Little Tyke leckte das kleine Küken sanft mit ihrer großen Zunge ab. Das Küken hüpfte ihr erneut ins Maul und wurde dann zärtlich von der Löwin gekuschelt. Während die erstaunte Crew diese Szene filmte, schlenderte Little Tyke hinüber zu den anderen Küken und leckte nach längerem Zögern auch diese vorsichtig und sanft mit der äußersten Spitze ihrer Zunge ab. Dann verschwand sie mit einem Gähnen. Kurz darnach kam sie zurück und legte sich mitten unter sie. Die Küken schlüpften dann unter die langen, seidigen Haare des großen Halses ihrer starken Beschützerin. Eine andere Szene zeigt, wie ein junges Kätzchen nach einigem Beschnuppern über die gewaltigen Vorderpfoten der großen Katze lief und sich dann dort niederließ. Little Tyke rückte mit einer Pfote näher an das winzige Kätzchen heran, um es besser hätscheln zu können. Vor den Kame-ras öffnete Art Baker eine Bibel und las: „Dann wohnt der Wolf beim Lamm ... Der Löwe frisst Heu wie das Rind.“ Die eingehende Post überflutete die Filmhersteller, und das Ereignis wurde eines der popu-lärsten in der Geschichte dieser Show.
Little Tykes Tod
Während dreiwöchiger Fernseh-Aufnahmen in Hollywood wurde Little Tyke von einem Virus befallen, und sie starb an einer Lungenentzündung. Die plötzliche Klimaveränderung könnte dafür mitverantwortlich gewesen sein. Sie entschlief, nachdem sie sich zuvor vor dem Fernseher zusehends erholt hatte.
Vegetarische Löwin isst Reis
Little Tyke war aber kein Einzelfall. Eine Fotografie aus Allahabad in Indien zeigt eine weitere vegetarische Löwin. In seiner ‘Autobiographie eines Yogi’ berichtete Paramahansa Yogananda von einem Nachbarn, dem Mönch Swami Krishnananda, den immer eine zahme Löwin begleitete. Das Dschungelraubtier lehnte jede Art von Fleisch ab und bevorzugte Reis und Milch.
Vegetarische „Spaghetti-Löwin“
Der Nachrichtensender n-tv berichtete am 13.3.2002 über eine „Spaghetti-Löwin“, die ebenfalls Fleisch verschmähte: Die Tierpfleger im Löwenpark von Krugersdorp bei Johannesburg waren sehr erstaunt über die Löwin "Lea": Sie lehnt es strikte ab, Fleisch zu konsumieren! Die vegetarisch groß gewor-dene Löwin wurde von ihrem bisherigen Besitzer mit Spaghetti, Gemüse und Kartoffeln gefüttert und hat jetzt in ihrer neuen Heimat Südafrika große Eingewöhnungsprobleme. Lea ist im Zoo von Neapel geboren und war dann als sechswöchiges Jungtier an einen italienischen Tiernarren verkauft worden. Dieser fütterte sie mit rein vegetarischer Kost. Als Lea größer wurde und er sich nicht mehr um sie kümmern konnte, kam sie in einen Käfig. Nun bringt sie im Löwenpark in der Nähe von Johannesburg die Tierpfleger zum Staunen. Dort versucht man seither vergebens, die Löwin auf Fleisch umzustellen.
Kenianische Löwin adoptiert wieder eine Säbelantilope
Die Löwin im Samburu National Park, die schon einmal ein Säbelantilopen-Baby adoptiert hatte, hat es nun wieder getan. Weniger als ein Monat nach dem plötzlichen Ende der Liebe, die die Welt erstaunt hatte (ein Löwe aus einem anderen Rudel hatte das Kitz getötet), hat sie wieder ein neugeborenes Beisa-Säbelantilopen-Junges als Kind angenommen. Aber dieses Mal, damit nicht wieder die Gesetze des Dschungels unangefochten an erster Stelle stehen können, haben Wildhüter rund um die Uhr die Bewachung des ungleichen Paares (zu Pferd) begonnen. „Wir wollen nicht, dass dem Jungen etwas zustößt“, erzählt Herr Simon Leirana, Ober-Aufseher im Samburu Reservat.
Alle Aufseher haben den Befehl, andere Löwinnen im Rudel fern zu halten – und vor allem den Löwen, der das erste Säbelantilopen-Baby zum Abendessen verspeist hatte.
Herr Leirana berichtet, dass die Löwin, seitdem ihr erstes adoptiertes Säbelantilopen-Junges von einem Löwen getötet wurde, Säbelantilopen-Herden folgt. “Aber sie tötet sie nie. Sondern sie jagt Warzenschweine, wenn sie Hunger hat“, fügt er hinzu. Am Abend ruhen sich die Löwin und ihr neues Baby im Schatten eines Akazienbaumes aus.


















