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Beim Propheten Jesaja lesen wir folgende Worte über eine zukünftige friedvolle Zeit:

„Dann wohnt
der Wolf beim Lamm,
der Panther liegt beim Böcklein.
Kalb und Löwe weiden zusam-
men, ein kleiner Knabe
kann sie hüten.

Kuh und Bärin freunden sich an,
ihre Jungen liegen beieinander.
Der Löwe frisst Stroh wie das
Rind. Der Säugling spielt vor dem
Schlupfloch der Natter,
das Kind streckt seine Hand in
die Höhle der Schlange.

Man tut nichts Böses mehr und
begeht kein Verbrechen auf
Meinem ganzen
heiligen Berg.“

Jesaja 65,25 7, Jesaja 11,6-9

Für viele Menschen sind das utopische Worte. Seltsamerweise auch für Priester der institutionellen Kirchen. Dabei beten Milliarden Christen seit fast 2000 Jahren im Vaterunser: “Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.” Würde man die Worte dieses Gebetes ernst meinen, so wären die Worte des Jesaja nur die logische Konsequenz daraus und nichts Utopisches. Doch hört man den Predigten in der Kirche zu, dann glauben wohl selbst Priester nicht an das, was sie im Vaterunser beten. Im Internet unter “www.kath.de”, der meistbesuchten katholischen Homepage im deutschsprachigen Raum, gibt der Theologe Jürgen Kuhlmann in seinen “Predigtgedanken zum zweiten Advent” Folgendes zum Besten: “Was ist das für ein groteskes Bild! ‘Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.’ Wenn er es täte, wäre die Schöpfung dann wirklich verbessert? Hätten wir die Welt anders geschaffen, ohne Raubtiere, ohne machthungrige Menschen, als riesigen Kindergarten mit täglich rosa Limonade?” Das Friedensreich, für dessen Entstehung Milliarden Christen auf der ganzen Welt im Vaterunser täglich beten und das Jesaja und Jesus von Nazareth angekündigt haben nur ein “Kindergarten mit täglich rosa Limonade”?
Nein. Die Kirchen und ihre Schriftgelehrten zeigen damit nur, wie schon zu Jesu Zeiten, wie sehr sie im Inneren und Äußeren materialistisch geworden sind und deshalb keinen Zugang mehr zu den Visionen des Geistes haben. Im Urchristentum wusste man noch mehr über den Zusmmenhang zwischen dem Verhalten des Menschen und dem der Tiere. Leider wurde vieles, was Jesus lehrte, z.T. bewusst nicht in die Bibel aufgenommen. Doch es gibt noch Fragmente aus dieser Zeit, die bis heute erhalten geblieben sind. Von Theophilus von Antiochien, der in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts lebte, ist Folgendes überliefert: “Die wilden Tiere haben ihren Namen von ihrem wilden Wesen, nicht als ob sie von Anfang an böse erschaffen worden wären..., sondern die Sünde des Menschen hat sie böse gemacht. Denn indem der Mensch vom Wege ablenkte, folgten auch sie ihm... “
Dieses Zitat zeigt auf, dass die Tiere auf das Verhalten der Menschen ragieren und ihm “nachfolgen”, ihn nachahmen. Also hat der Mensch mit dem Töten angefangen. Wenn in einer Gegend Tiere nicht mehr gejagt werden, dann verlieren Tiere nach und nach ihre Scheu vor dem Menschen und vertrauen ihm wieder. In Vegetarisch genießen Nr. 1/06 berichteten wir von einer Stadt in Japan, in der viele Hundert Hirsche absolut ohne Scheu mit den Menschen zusammenleben, weil sie über Jahunderte nicht gejagt wurden. Also liegt es nur am Menschen. Dieses Zitat zeigt auch auf, dass Menschen und Tiere gewissen “Programmen” folgen, die keineswegs ewig gültig und, wie wir aus den aufgeführten Beispielen der vegetarischen Löwen und zahmen Tiger ersehen können, nicht unumkehrbar sind: “Wenn nun der Mensch wieder zu einem seiner Natur angemessenen Dasein sich erheben und nicht mehr Böses tun wird, werden auch sie wieder zu ihrem ursprünglichen sanften Wesen zurückkommen.” Theophilus von Antiochien schrieb diese revolutionären Sätze vor 1800 Jahren. Die Zukunft wird beweisen, dass er recht hatte. Doch die Zukunft hat für Nichtblinde und Nichttaube bereits begonnen. Machen Sie mit?