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Eva Briegel ist die Sängerin und Frontfrau der Gruppe "Juli".
Eva ist seit 14 Jahren Vegetarierin. Fast
eineinhalb Jahre waren "Juli" mit ihren Hits wie "Geile Zeit", "Perfekte Welle", "Regen und Meer", "Warum" und "November" aus dem ersten Album "Es ist Juli" fast pausenlos on tour und in den Hitparaden. Seit einigen Monaten arbeiten sie an ihrem zweiten Album "Ein neuer Tag", das voraussichtlich im Oktober
erscheinen wird. "Juli" sind überzeugt: Die neuen Songs werden der Hammer! Wir sprachen mit Eva über ihre persönlichen Erfahrung mit tierleichenfreier
Ernährung.

Veg: Was sagte deine Familie zu deiner Entscheidung, keine Tiere mehr zu essen, und wie reagierten deine Freunde? Fühlst du dich heute als Vegetarierin akzeptiert?

Eva:
Meine Familie und meine Freunde haben überhaupt kein Problem damit. Eher im Gegenteil: Wenn ich zum Essen komme, macht sich jeder stundenlang Gedanken darüber, was mir alternativ angeboten werden könnte. Meistens sind´s Nudeln.
Aber fremde Menschen reagieren oft komisch. Sie rechtfertigen sich sofort - ohne dass ich ein Wort gesagt habe...

Veg: Hast du - eventuell als Kind - schon einmal mit Tieren zusammen gelebt oder gibt es Erfahrungen mit Tieren, die dir ein besonderes Erlebnis waren?

Eva: Ich bin auf dem Dorf groß geworden, und die meisten meiner Freunde wohnten auf kleineren Höfen. Mir erschien damals schon dieser "sächliche" Umgang mit lebenden Wesen grausam und unlogisch. Und ich habe einiges gesehen, von rennenden Hühnern ohne Kopf bis zu toten Schweinen in alten Futtersäcken. Meine Oma hat immer gesagt: "Ein Viech ist ein Viech." Der Umgang mit Tieren ist immer noch hart - auch wenn das heute nicht mehr nötig ist.

Veg: Könntest du dir vorstellen, dass eines Tages alle Menschen Vegetarier sind und mit den Tieren in Frieden leben?

Eva: Auf jeden Fall. Die Menschheit entwickelt sich hoffentlich weiter, und viele Probleme könnten dadurch gelöst werden. Wenn alle Menschen sich entscheiden könnten, anstatt Schweineschnitzel Sojaschnitzel zu essen (der geschmackliche Unterschied ist nicht besonders groß) und ihre Nahrungsmittel aus ökologischem Landbau zu beziehen, hätten wir einige Probleme weniger. Ich hoffe, die Leute haben irgendwann eine Vorstellung davon, was Lebensmittel eigentlich wert sind und wie Massenproduktion uns und unsere Umwelt verändert. Und dass ein Tier nichts dafür kann, als Kuh und nicht als Schmusehündchen geboren zu sein.

Veg:
Was sind deine Ziele oder Wünsche für die Zukunft?

Eva:
Dass man begreift, mit wie wenig Aufwand und minimalem Verzicht man so unverhältnismäßig viel Leid aus der Welt schaffen kann. Und dass Tiere immer noch eigene Wesen sind, die auf keinen Fall maschinell hergestellt und vernichtet werden dürfen. Tiere empfinden Schmerzen - manchmal glaube ich, das haben die meisten vergessen.